AutorThema: Ralley Felgen 2140
mark

geschrieben am:
21.06.2019 21:24

Hallo zusammen, ist jemand im Besitz solcher Felgen und/oder kann mir Abmessungen mitteilen. Hatten diese Felgen eigentlich eune KTA Genehmigungsnummer?

Danke und Gruß
wowka26

geschrieben am:
21.06.2019 22:56

Hallo Mark, welche Felgen meinst du denn?
Eine KBA Nummer gibt es nicht einmal auf den originalen.
AvaTar

geschrieben am:
22.06.2019 15:45

Hallo Waldemar,

er spricht von KTA, nicht KBA - und ich hoffe, Mark meint das auch so. ;-) Dass es keine KBA-Nummer gibt, ist wohl klar. Aber von in der DDR verfügbaren Rallye-Felgen, wüsst ich jetzt nix, und erst recht nich, ob die dann auch ne ne KTA-Nummer gehabt hätten.

Gibt aber wohl einige (mindestens einen, der)die sich Mossi-Stahlfelgen speziell haben verbreitern lassen. Und die Spezialisten, die das tun, geben dann wohl auch TÜV-fähige Bescheinigungen für die Felgen mit. Mindestens einen weiß ich, der das wohl so durchgezogen hat.

Für die Eintragung muss mann dann bissel Hintergrundwissen mitbringen:
In Deutschland ist eine Spurverbreiterung bis 2% ohne (Kfz-)Herstellerbescheinigung (bzgl. Fahrwerksfestigkeit) grundsätzlich möglich und wird quasi von jedem TÜV eingetragen.
Dies kann man sowohl durch eine Verbreiterung der Spur mittels Spurplatten unter der Original-Felge als auch durch eine nur nach außen hin verbreiterte Felge mit damit einhergehender Einpresstiefenverringerung ausnutzen.
Die Spur des Mossi (2140 hinten) betrug wohl - wenn ich mich recht erinnere - 1250mm oder 1240mm (nagelt mich ma nich auf die letzten Stellen fest - wir rechnen mal mit 1250 weiter...), was übrigens ziemlich genau 50 Zoll Spurweite entspricht. ;-) Eine Spurverbreiterung wäre also nach der 2%-Regel um bis zu 25mm möglich, was -Achtung! - recht genau 1 Zoll entspricht. (Ist insofern wichtig, weil im Felgenbereich eben viel in Zoll gerechnet und angegeben wird.)
Es ist also eine Einpresstiefenänderung - egal ob direkt an der Felge oder durch Spurplatten - von 12,5mm = 0,5 Zoll möglich. Man dürfte also auf jeder Seite montierte Spurplatten von 12,5mm beim TÜV vorführen, und die müssten es auch ganz ohne Kfz-Herstellerbescheinigung eintragen. (Tun sie's nich: TÜV wechseln, denn dann ham sie einfach keine Ahnung! ...abgesehen von der Freigängigkeit der Reifen, die natürlich trotzdem gegeben sein muss.)

Und jetzt kommt der "Zaubertrick": Eine faktische Spurverbreiterung ergibt sich natürlich auch dadurch, dass man von der Original-Felge den äußeren Teil abtrennt und da einen Ring einsetzt und das ganze wieder zusammensetzt und dadurch die Einpresstiefe der Felge ändert - genau das, was oben genannte Spezialisten machen. Nur: Wieviel dürfen sie machen? Antwort: In unserem Falle genau 1 Zoll! Weil: wenn man den Außenkranz der Felge um 1 Zoll = 25mm nach außen zieht, ändert sich die Einpresstiefe - und damit der Einfluss auf die Spurweite pro Seite - um das halbe Maß, also 12,5mm = 0,5 Zoll. Nun haben wir zwei Felgen - eine auf jeder Seite ;-) - mit je 0,5 Zoll = 12,5mm geänderter Einpresstiefe, und daraus ergibt sich eine Spurweitenänderung von wiederum exakt plus 1" = 25mm, was reeiiin zuuufällig komplett in dem Bereich liegt, den der (mitrechnende) TÜV nicht ablehnen kann. (Wie schon gesagt: vorbehaltlich Freigängigkeit der Reifen, was aber angeblich kein Problem sein sollte...)

Ergo: den Rallyelook für die Felgen erreicht man auf vollständig legale Weise auch dadurch, dass man einen Original-Stahlfelgensatz von einem entsprechenden Spezialisten mit Zertifikat um ziemlich genau 1" nach außen verbreitern lässt.

Ciao
Lutz
AvaTar

geschrieben am:
22.06.2019 16:58

Okay, ALLERALLERLETZTER Versuch!

Er hat's meines Wissens so durchgezogen - und sieht dann so aus:


(Das EINZIGE Bild aus meiner eigenen Zwenkau-Serie...)


Und die Bilder von anderen - alles nur geklaut...


mark

geschrieben am:
23.06.2019 22:02

Hallo zusammen,

danke fur die Ausführungen. Ich meine tatsächlich die KTA Nummer der DDR. Für die Rennsportfelgen des Trabant gab es ja diese Genehmigungsnummer. Um eine Einzelgenehmigung für verbreiterte Felgen zu bekommen, müssen diese diverse Prüfungen durchlaufen u.a. den Biegeumlaufversuch. Mich würde tatsächlich interessieren welche Firmen die Verbreiterung mit Teilegutachten anbieten und was das kostet. Wäre schön, wenn der Eigner des Fahrzeuges auf den Fotos mir einen Tip geben könnte. Auf den Bildern vom Treffen des letzten Jahres hatte das Auto glaube ich ein OD Kennzeichen.

Viele Grüße
saalfelder

geschrieben am:
26.06.2019 16:40

Moin Mark,

ich bin der mit dem OD-Kennzeichen und den Rallye-Felgen.

Ich war damals auf der Suche nach einem Spezialisten, der Stahlfelgen umbaut bzw. verbreitert. Der firmelle Hinweis kam so glaube ich, aus unserer Moskwitschtruppe, vielleicht sogar im Forum hinterlegt.

Die Adresse müßte ich noch haben, könnte in Baden-Württemberg gewesen sein.

8 Stück gut erhaltene Felgen sandgestrahlt, eingepackt und dorthin geschickt. Daraus sollten nun 4 breitere werden.

Die Machbarkeit haben wir dann telefonisch abgeklärt - Fotos hatte ich dazu gepackt.
War ein TOP-Mann, der sich zur damaligen Zeit auf diese Umbauten spezialisiert hatte.

Da es zu DDR-Zeiten viele individuelle Umbauten gab und man gewisse Dinge beachtet, wie AvaTar bereits geschrieben hat, ist der TÜV / Dekra kein Problem.

Ich fahre jetzt Barum 185/70 R13 - rollt wie auf Schienen.

Meiner Meinung nach passt der Umbau sehr gut zum 412er und wirkt nicht übertrieben oder verbastelt.

Falls du noch Informationen benötigst, kannst du mich gerne unter der Mobil-Nummer: 0171 / 64 26 876 anrufen.

Liebe Grüße

Steffen, der saalfelder


 

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