AutorThema: Kupplungshydraulik ärgert mich
AvaTar

geschrieben am:
28.05.2018 09:57

Hallo Leute,

irgendwie hab ich kein Glück mit den Hydraulikkreisen. Jetzt hab ich zwar die Bremse im Griff, und nu ärgert mich die Kupplung. (Wie ich den Odoeur von Bremsflüssigkeit inzwischen hasse...) Anlass: der undichte Kupplungsnehmerzylinder musste getauscht werden. Und zuvor wurde mal der Geberzylinder einer Revision unterzogen (Neue Gummis und innen mit Minidrahtbürste nur leicht angedremelt.)

Befund: bei kaltem Motor ist erst mal alles okay und auch so wie es sein soll. Fahr ich aber ne Weile, und der Motor wird warm, dann scheint wieder irgend was überzuströmen, und die Kupplung öffnet kaum noch - nur noch auf den letzten Millimetern Pedalweg - und natürlich knirscht das Getriebe dann auch. Stell ich den Iwan ab und lass ihn abkühlen, ist paar Tage später beim Kaltstart erst mal wieder alles okay.

Kennt das jemand? Kann ich den neu erstandenen (Altbestands)Kupplungsgeber gleich wieder wegschmeißen bzw. ist der nur mit Nacharbeit am Metall rettbar?
AvaTar

geschrieben am:
29.05.2018 09:48

Kennt keiner sowas?
Geberzylinder müsst ich neu ranschaffen. Nehmerzylinder könnt ich einen regenerieren. Hab aber keine Lust auf eine neuerliche Hin- und Her-Tausch-Orgie wie bei den Bremsen. Daher wüsst ich gern, wo ich anfang...? :-(
Nilson

geschrieben am:
29.05.2018 14:23

Mit der Kupplung entlüften ist es doch nicht so arg wie mit der Bremse. Ich würd erst mal oben den Zylinder tauschen. Warum? Erstens war der auseinander und somit könnte sich ein Fehler eingeschlichen haben. Zweitens schreibst du, dass es nur ist wenn der Motor warm ist. Da aber das Öl keine direkte Verbindung mit dem Motor hat denke ich, dass die Wärme im Motorraum die Leitung und den Behälter erwärmt und somit das Öl dünner macht.
AvaTar

geschrieben am:
29.05.2018 20:05

...meinst Du wirklich, dass "oben" mehr Hitze ankommt als "unten" am Nehmerzylinder, der Metall auf Metall montiert ist?
Nilson

geschrieben am:
29.05.2018 20:29

Gemessen hab ich das natürlich noch nicht. Aber der Ventilator zieht die Warme Luft in den Motorraum, dort kann sie nicht nach oben weg. Von daher denke ich mal, dass es dort warm wird. War doch bei der Bremse das gleiche oder?
Nilson

geschrieben am:
29.05.2018 20:29

Gemessen hab ich das natürlich noch nicht. Aber der Ventilator zieht die Warme Luft in den Motorraum, dort kann sie nicht nach oben weg. Von daher denke ich mal, dass es dort warm wird. War doch bei der Bremse das gleiche oder?
wowka26

geschrieben am:
29.05.2018 22:15

Hallo Lutz,
das Überströmen im Geberzylinder kannst du testen in dem du mit eingelegtem Gang auf dem Pedal drauf bleibst und wenn das der Fall ist so müsste dein Mossi irgend wann mal anfahren, da der Druck im System ja abfallen wird.
Ich denke aber wenn das Überströmen da wäre so wäre das auch im kalten Zustand so, denn soo warm wird der Geberzylinder nicht um da wirkliche Unterschiede zu spüren.
Hast du schon den Freilauf der Ausruckgabel zwischen Nehmerzylinder überprüft? soll im kalten Zustand ca. 5 mm betragen, das kannst du an der Druckstange des Nehmerzylinders einstellen.
AvaTar

geschrieben am:
30.05.2018 08:37

Hallo Waldemar,

genau das ist das Kernproblem: im kalten Zustand kann ich das Pedal unten halten und/oder mehrfach treten, und es passiert gar nüscht ungewöhnliches. Alles funzt wie es soll. Und: ja, auch der Freilauf an der Gewindestange und das Kupplungsspiel ist entsprechend gecheckt und eingestellt - natürlich alles bei (mehr oder minder) kaltem Aggregat.
Erst nach ca. 10-15 min Fahrt (und eben heißer werdender Maschine) kommt es zu besagtem Effekt: Die Kuppung sinkt durch, öffnet nur noch auf den letzten cm Pedalweg und das Pedal "klappert" fast nur noch lose im oberen Pedalwegbereich. Schau ich dann nach der Gewindestange, so sitzt diese fest eingeklemmt zwischen Nehmerkolben und Ausrückgabel. Und wenn dann jemand aufs Pedal tritt, tut sich erst mal gar nix, und erst am Ende des Weges bewegt sich da was. Ob die Ausrückgabel dann aber anders steht als bei kaltem Motor, kann ich aktuell nicht sagen. Was ich ergo noch nicht gemacht hab - was ich aber wohl folgerichtig mal machen sollte - mal vergleichen, ob sich die Position der Ausrückgabel rein optisch unterscheidet zwischen kaltem und warmgefahrenem Zustand. Vielleicht durch ein vergleichendes Foto kalt vs. warm.

Wiederum habe ich keinerlei Undichtigkeit. Der Flüssigkeitsstand im Vorratsbehälter bleibt jederzeit konstant. Ich habe zwar den Nehmerzylinder am stärksten in Verdacht, jedoch wenn es dort überströmen würde, würde ich unweigerlich mit Leckage am Boden rechnen - hab ich aber nich! Das macht mich stutzig.

Vermutlich hab ich noch n Repsatz für den Nehmerzylinder liegen. Wenn so, dann werd ich wohl den alten vormals als undicht ausgebauten Nehmerzylinder mal revisionieren und probehalber einbauen. Führt das nicht zum Erfolg, werd ich mir wohl n kompletten Geberzylinder besorgen, da ich den aktuellen nicht nochmal fixen möchte - womöglich hab ich es beim dremeldrahtbürsten übertrieben, als ich den der Revision unterzogen hab.

Erwähnte ich schon, dass mich inzwischen schon auch nur der Geruch von Bremsflüssigkeit anwidert...??
Wolf412

geschrieben am:
30.05.2018 09:14

Bei Mi.....ra gibt es Nehmerzylinder für 15 Euro und Geberzylinder für 22 Euro, habe ich seit mehren Jahren verbaut und keine Probleme damit.
Mfg Wolf
ap-m412

geschrieben am:
30.05.2018 20:37

Hallo Lutz,
schau bitte nach den Nachlaufbohrungen. Diese wird wahrscheinlich durch die Manschette im entspannten Zustand noch verschlossen sein. Also fließt nicht genug BF nach und das erklärt die Zeitspanne. Lösung - Rep. Buch /Pedale einstellen (Gesamtweg Pedal u. Leerweg Pedal-Geberzylinder)
Jörg
AvaTar

geschrieben am:
31.05.2018 20:12

Ich fürchte, ich hab schon wieder mal n Kombi-Fehler. Hab heut den alten Nehmerzylinder gefixt und eingebaut, und jetzt sinkt das Kupplungspedal auch im kalten Motorzustand durch. Werde jetzt doch gleich noch n neuen Geberzylinder bestellen, den anderen Lagerbestands-Nehmerzylinder einer Revision unterziehen, und dann noch mal alles entsprechend austauschen.
Halte euch auf dem Laufenden...
Ulrich

geschrieben am:
06.06.2018 13:24

Hallo,
ich hab seit Ich meinen 2140 habe, Probleme mit der Kupplungshydraulik.
Alle Zylinder erneuert und trotzdem ging sie sehr schwer zu betätigen usw.
Ich habe jetzt den Kupplungsdruckschlauch erneuert, der äußerlich in sehr gutem Zustand war.
Das Ergebnis war verblüffend - der Russe kuppelt jetzt wie ein "Westwagen".
Der blöde Druckschlauch hatte sich innerlich aufgelöst und zugesetzt.
Da muß man erst mal drauf kommen.
AvaTar

geschrieben am:
07.06.2018 08:15

Hallo Ulrich,

der Hinweis ist gar nicht schlecht - drüber nachgedacht hab ich da auch schon. Vor allem wegen des Nachlassens des Verstelltseins über mehrere Tage mit dem 'neuen' Nehmerzylinder (welches sich mir auch immer noch nicht recht erschließt.) Bislang geh ich aber davon aus, dass der Schlauch gut durchgängig ist, weil wenn ich unten die Entlüfterschraube aufdrehe und ein bissel "anschubse", dann läuft das Fluid durch Schwerkraft durch wie ausm Wasserhahn. Und zwar egal ob kalt oder warm, ewig gestanden oder grad angehalten.

Hab inzwischen den neuen Geberzylinder schon da liegen und brauch jetzt nur noch mein Zeitfenster, um den auszutauschen. Danach seh ich weiter. Und werde berichten...
efb

geschrieben am:
07.06.2018 20:02

"Der blöde Druckschlauch hatte sich innerlich aufgelöst und zugesetzt.
Da muß man erst mal drauf kommen."
In dem Zusammenhang nochmal die wichtige Erkenntnis: kein DOT 4 sondern nur DOT 3 einfüllen. DOT 4 lässt alte Bremsschläuche und Manschetten mitunter quellen.
AvaTar

geschrieben am:
07.06.2018 21:27

Hallo Ernst,
der Unterschied zwischen Dot3 und Dot4 ist nicht ganz so groß wie es gemeinhin behauptet wird. Wenn man sich ne Weile damit beschäftigt, kriegt man die entsprechenden Infos beizeiten frei Haus aufgetischt. Das geht sogar soweit, dass Dot3 und Dot4 uneingeschränkt mischbar sind. Ja, es gibt Teile, vor allem Kunststoffe/Gummis, die Dot4 nicht vertragen, aber die sind deutlich seltener als man vermutet. Und: Ja, beim Mossi kennen wir solche Teile. Ich hab zwar auf Dot4 umgestellt, aber die Probleme gingen davor schon los, hängen also nicht damit zusammen. Und nebenbei: auf dem verwendeten Repsatz für den Nehmerzylinder ebenso wie auf dem neu erworbenen Geberzylinder steht ausdrücklich Dot4-Eignung drauf. Tatsächlich ist also der Schlauch das letzte nichtmetallische Element, das einerseits noch nicht getauscht, andererseits unbekannter Herkunft und damit unbekannter Dot4-Eignung ist.
Wenn ich nach dem Tausch des Geberzylinders immer noch Probleme hab, wird auch der getauscht werden, aber momentan glaub ich da nicht dran - siehe oben beschriebener Durchfluss-Effekt beim Öffnen der Entlüfterschraube. Der Schlauch ist also bei mir definitiv durchgängig. (Aber: Ja, ich hab mich dabei nicht das erste mal getäuscht.)
AvaTar

geschrieben am:
06.07.2018 15:12

...wie es scheint, hatte ich mal wieder n Kombi-Fehler, an dem auch wieder Alt-Ersatzteile mitgemischt haben:

Hab jetzt n Fenox-Geberzylinder ausm Karton und den Nehmerzylinder mit neuen Manschetten aufgearbeitet.

Der alte Geberzylinder war vermutlich so stark angegriffen, dass ich auch mit Dremel-Drahtbürste nix mehr retten konnte. Die Innen-Oberfläche war zwar gefühlsmäßig glatt, aber offensichtlich der Innendurchmesser so groß - oder die Oberfläche eben doch zu rauh - dass die neu eingesetzten Manschetten das "Vor und Zurück" eben nich dauerhaft mitmachten und irgendwann wieder das Überströmen anfingen.

Welchen Anteil der eingesetzte Altbestands-Nehmerzylinder aber hatte, erschließt sich mir nicht so recht. Mit diesem und dem drahtgedremelbürsteten Nehmerzylinder blieb das Pedal ja am Boden hängen, und ich hatte nur noch zwei Daumen breit Pedalspiel - gerade genug, um noch in die Garage reinzukommen, und danach brauchte das Pedal einige Stunden bis ein paar Tage, um wieder hochzukommen. Bei Kombination von drahtgedremelbürstetem Nehmerzylinder und Alt-Geberzylinder mit neuen Manschetten sank das Pedal auch durch, erholte sich aber innerhalb von Minuten bis einigen Sekunden... Das erschließt sich mir (noch) nicht.

Wie auch immer: geht wieder.

 

zurück zur Übersicht