AutorThema: Starterklappe K126 und Leerlaufeinstellung
henner2203

geschrieben am:
12.05.2018 11:21

Hallo Jungs,

ich habe eine Frage zu meinem K126 am 412.

Ich habe die neuere Varinate ohne Flatterventile in der Starterklappe. Leider konnte ich in der Literatur keine Hinweise finden:

Wie weit muss beim Ziehen des Choke die Starterklappe schließen? Ich habe einen relativ großen Spalt von ca. 5mm. Das kommt mir komisch vor.


Nächste Frage: An meinerm Vergaser gibt es eine Drosselklappenanschlagschraube für die 1. Stufe (Leerlaufdrehzahl) und für die 2. Stufe (Übergang). Nun gibt es aber im Vergaserfuß noch zwei weitere Einstellschrauben.
Wie werden diese eingestellt? In der Literatur kann ich dazu leider nichts finden.

Ich danke euch vorab!

Ein schönes WE und VG
Henning
Wik

geschrieben am:
16.05.2018 11:08

Servus!

Also... Zur Drosselklappe (Luftzufuhr)
Bitte mal am Vergaser den Choke_Draht lösen, den Choke komplett reindrücken (am Armaturenbrett), die Drosselklappe öffnen und wieder befestigen. Alles weitere ergibt sich mechanisch. Also nichts verstellen oder verbiegen!

Zur Vergasereinstellung...
Du brauchst eine 12V Prüflampe, einen kurzen 10er Gabelschlüssel, einen Drehzahlmesser und wenn möglich, ein CO Messgerät.

Warum die Prüflampe und der 10er? Weil erst die Zündung stimmen muß! Sonst ist es sinnlos.

Zur Zündung...

Erstmal Verteilerkappe runter und den Unterbrecherkontakt prüfen. Gibts nen Funken?
Gut.
Den Kontaktabstand mit einer Blattleere prüfen und wenn nötig einstellen. Der sollte 0,4mm betragen.
Dann die Kurbelwelle per Hand im Uhrzeigersinnzum ersten Zylinder drehen und auf 10° vor OT stellen. Das wäre die erste Kerbe in der Riemenscheibe.
Als nächstes die Mutter an der Gradscala am Verteiler lösen, die Scala auf Null stellen und wieder befestigen(falls vorhanden). Dach die Hauptbefestigung so weit lösen, dass du den Verteiler mit einem leichten Wiederstand bewegen kannst. Nun nehme man eine 12V prüflampe, krokodil an den Kontakt vom Kondensator und das andere Ende beliebig an Masse, so daß du die Birne sehen kannst und die Prüflampe nicht festhalten mußt.

Zündung an, aber nicht starten.

Mit der linken Hand den Verteiler im Uhrzeigersinn drehen bis die Lampe ausgeht.
Mit der rechten hand den Verteilerfiger im Uhrzeigersinn am Anschlag festhalten(um das Spiel rauszunehmen) und den Verteiler gegen den Uhrzeigersinn drehen bis die Lampe wieder angeht und leicht zurück bis die Lampe aus ist. Wenn du dann den Verteilerfiger loslässt, sollte die Lampe wieder angehen. Teste das mehrmals in dem du den Verteilerfinger immer wieder im Uhrzeigersinn bewegst und wieder loslässt. Geht dabei die Lampe aus und an, hast du den richtigen Zündzeitpunkt und kannst den Verteiler arritieren. Prüfe nochmal nach dem arritieren. Wenn nötig, wiederholen.

Jetzt zum Vergaser
Davon ausgehend, daß der Vergaser überholt wurde...
Gemischschraube(n) bis zum Anschlag zudrehen(bitte mit Gefühl) und 2,5 Umdrehungen wieder auf. Die Standgasschraube so weit reindrehen bis die Drosselklappe der ersten Kammer anfängt sich zu öffnen, danach noch 2 volle Umdrehungen reindrehen(wird etwas laut wenn der Motor läuft)

An der Drosselklappe der zweiten Kammer gibt es keine Schraube für die Leerlaufdrehzahl! Das ist nur ein Anschlag, damit die Drosselklappe sich nicht in die Wände frisst!
Finger weg!

Drehzahlmesser anschließen und Motor auf Betriebstemperatur bringen.

Standgas auf 800 Umdrehungen runterregeln. CO Messgerät in Auspuff(optimal wären 1,2 bis 1,7% CO)
Vergaser mit einer Gemischschraube:

Gemischschraube reindrehen bis die Drehzahl steigt und wieder fällt, dann zurückdrehen bis die Drehzahl wieder am höchsten ist und mit der Standgasschraube auf 850 Umdrehungen einstellen. Sollte der CO Wert zu hoch sein (bis 3,5% darf er haben), mit der Gemischschraube nachregeln.

Vergaser mit 2 Gemischschrauben

Wie beim vorherigen mit der rechten Gemischschraube den "Buckel" der Drehzahl finden, mit der Standgasschraube auf 850 Umdrehen einstellen und erst dann mit der linken Gemischschraube znterm reindrehen den CO Gehalt einstellen( geht auch nach Geruchsbelästigung. Zu mager spuckt der Auspuff wasser, zu fett stinkt er). Bei richtiger Einstellung kann man hören, daß der Auspuff weich klingt.

Viel Erfolg!
henner2203

geschrieben am:
17.05.2018 12:05

Hallo Wik, danke für deine ausführliche Beschreibung.
Besonders die Zeilen mit dem Vergaser sind spannend. Die Zündeinstellung ist ja wie an jedem Viertakter sonst auch. :-)
Mich machte tatsächlich bisher nur der große Spalt stutzig, den es an der Starterklappe gibt. Ich prüfe es! Henning

 

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