AutorThema: Deckel hinter dem Auspuffkrümmer - wozu ist der
efb

geschrieben am:
03.04.2018 17:20

Hallo,
heute bei der ersten Fahrt nach dem Winter tropft Kühlwasser an der rechten Seite des Motors heraus. Wenn ich es richtig sehe, ist der längliche Deckel an der rechtens Seite des Motorblocks (Maße vielleicht so 25 x 8 cm), der durch den Auspuffkrümmer allerdings vollständig verdeckt wird, undicht. Ich kenne das Teil nur vom Sehen. Wozu ist der eigentlich. Und wenn wir schon mal dabei sind: bekommt man den Krümmer eigentlich ab, ohne das Hellager der Lenkung in Fahrtrichtung rechts abzubauen?
Vielen Dank und viele Grüße!
Ernst
Chris601

geschrieben am:
04.04.2018 08:46

Moin Ernst,

ich habe die Vermutung, dass dieser Deckel keine "Funktion" hat.
Er wird konstruktionsbedingt notwendig geworden sein, weil bei der Herstellung dahinter im Motorblock Noch Bohrungen oder ähnliche Bearbeitungen stattfinden mussten.
Bei meinem neuen Motorblock war der Deckel jedenfalls schon vormontiert und es gab bei der Montage keinen Grund den zu öffnen. (Im Nachhinein ärgere ich mich etwas. Eine neue Dichtung samt Dichtmasse hätte dem Deckel sicher gut getan.)

Zum Krümmer kann ich aktuell nichts sagen. Du wirst es versuchen müssen wenn sonst nicht alle Deckelschrauben erreichbar sind.
Nilson

geschrieben am:
04.04.2018 09:10

Den Krümmer bekommst du so ab. Hauptsache nur, dass die Schrauben nicht festgegammelt sind. Ich denke mal, dass dein Deckel durchgerostet ist.

Gruß Jens
efb

geschrieben am:
04.04.2018 09:43

Hallo,

danke für Eure Hinweise! Krümmer ist raus (ich musste das Lager bei mir aber doch abnehmen, keine Ahnung, warum das bei mir so eng ist. Im Nachhinein denke ich, wäre es vielleicht doch gegangen, wenn ich den Motor beim Abnehmen des Krümmers mit einem Hebel etwas zur Seite gedrückt hätte...)
Egal: Deckel ist ab. Und Chris: sei froh, das Du ihn drauf gelassen hast :-). Die eBay-Dichtung, die ich hier rumliegen hatte, kann man nämlich (natürlich!!) vergessen. Hab beim Ausbau schon gemerkt, das die originale viel dicker ist. Ergebnis: Wasser drückt mit der neuen dünnen Dichtung an allen Ecken raus, so wird das nicht dicht. Obwohl ich ja eigentlich fürs originale bin, denke ich hier an Abdichtung mit Hochtemperatursilikon. Mal sehen...
Chris601

geschrieben am:
04.04.2018 09:52

Papierdichtungen dichte ich IMMER mit Dichtmasse zusätzlich ab. Oft und gern auch tatsächlich mit Silikonbasierter Dichtmasse (Loctite 5920).

Du hast das Papier nackig verwendet?
efb

geschrieben am:
04.04.2018 12:06

Hallo Chris,
ja, mache ich aber auch immer so. Dünne Papierdichtung ohne alles z.B. bei der Wasserpumpenmontage am Motorblock. Ich bin mir auch relativ sicher, das das technisch so vorgesehen ist (obwohl ich kein gelernter Mechaniker bin). Aber ich hatte deswegen auch schon mal Google bemüht. Nun ist es natürlich beim Oldi etwas anders. Die Flächen haben oft Korrosion, und dem Deckel z.B. sieht man auch deutlich an, das der nicht mehr völlig plan aufliegt. Ich habe noch einen alten Jeep, da wird sehr viel mit HT-Silikon gedichtet, z.B. an Achse und Getriebe aber auch am Motorblock selbst an manchen Stellen. Wie das zu DDR Zeiten gedichtet wurde? Vielleicht kann jemand dazu noch etwas schreiben.
Chris601

geschrieben am:
04.04.2018 12:24

Ja, da würden mich andere Meinungen auch interessieren.
Ja, früher wurde das wohl alles nackig verarbeitet steht auch überall so beschrieben. Bei dünnem Papier/Pappe sehe ich das allerdings problematisch.

Wie gesagt, ich dichte fast alles mit den Dichtungen (als mechanischen Ausgleich) UND zusätzlicher Dichtmasse ab. Seit Jahren. Bei allen Autos. Sehr erfolgreich.
Nilson

geschrieben am:
04.04.2018 13:15

Zu DDR Zeiten gabs Bärenkleister, auch Bärendreck genannt. War eine klebrige Masse. ;-)

Papierdichtungen sollte man vor Einbau mit etwas Öl einpinseln.
Klaus Köpke

geschrieben am:
04.04.2018 20:17

Wir haben früher alle Papierdichtungen mit normalem Fett eingeschmiert. Die dickeren aus "Kautasit" wurden mit "Bärendreck" eingesetzt.Für den Seitendeckel würde ich an deiner Stelle auch auf so etwas Ähnliches zurückgreifen.Ich habe auf Ebay schon einige von diesen Deckeln verkauft. Vielleicht gibt ja jemand einen ab. Ich habe nur noch einen für mich.
ap-m412

geschrieben am:
09.04.2018 08:22

Hallo an alle Schrauber,
ich nehme grundsätzlich für alle Dichtungen, die mit Öl oder Wasser in Berührung kommen, "CURIL T" von Elring. Auf Grund jahrelanger Erfahrung im Gasmotorenbereich und mehreren Moskwitsch und Lada Motoren ist es eine super Dichtmasse. Ich habe auch mal die Silicon- Flächendichtmasse ausprobiert, doch schnell wieder verworfen. Hauptgrund ist das Unterwandern der Dichtmasse im Ölbereich, wenn die Dichtfläche nicht 100%-ig plan ist. Noch ein Hinweis- "CURIL T" kann nur mit Nitro entfernt werden!!

Jörg
ap-m412

geschrieben am:
09.04.2018 08:37

Korrektur!
Ich nehme auch noch Silicon, aber nur zum Setzen der Büchsen.

Jörg
henner2203

geschrieben am:
14.10.2018 20:07

Hallo Jungs,

wie lässt sich dieser Deckel denn nun am besten abdichten? Bei mir leckt es ebenfalls aus diesem heraus.

Befindet sich hinter dem Deckel denn direkt der Wassermantel des Motors?

@ Ernst: Wie konntest du das Problem am besten lösen?

VG
Henning
efb

geschrieben am:
14.10.2018 20:25

Hallo Henning,

ja, dahinter ist gleich das Kühlwasser. Es gibt übrigens spätere Motoren, die den Deckel nicht mehr haben.

Erster Versuch mit nur neuer Dichtung hat nichts gebracht. Der Deckel war schon so verzogen und korrodiert, das ich ihn erneuern musste. (habe meinen neuen von Marko Schneider).

Ist alles wieder gut dicht.

Viele Grüße

Ernst

henner2203

geschrieben am:
14.10.2018 21:40

Hallo Ernst,

danke für die Info. Dann werde ich mal nach einem solchen Deckel schauen und mich dann damit beschäftigen.

Der Krümmer und das Hosenrohr müssen wohl dazu auch abgebaut werden, oder?

VG Henning
efb

geschrieben am:
14.10.2018 22:24

Ja, Hosenrohr lösen und nach unten, dann Krümmer ab. Beim Wiederanbau darauf achten, das die vier Dichtungen richtig herum liegen damit die Auslasskanäle komplett frei sind.

 

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