AutorThema: Zweikreisbremse 2140 - dicht und dennoch Druckverlust am Pedal
AvaTar

geschrieben am:
07.03.2018 16:10

Hallo Leute,
habe seit einiger Zeit ein Problem mit der Bremse: Der Iwan bremst, besteht Bremsenprüfstandstest und TÜV, und dicht is auch alles (Garagenboden und Fußraum trocken, und keine Flüssigkeit in den Staubschutzmanschetten oder im BKV.) Trotzdem hab ich von Zeit zu Zeit den Effekt, dass beim leichten Bremsen das Pedal nachgibt; schlimmstenfalls ganz langsam bis zum Bodenblech. Beim ruckartigen Bremsen passiert das nie: immer voller Pedaldruck. Auch wenn das Pedal durchsinkt, und man geht vom Pedal und gleich wieder mit mehr kraft drauf, hab ich auch gleich vollen Druck. Hab schon mehrfach entlüftet, sogar neuer HBZ ist jetzt drin, weil ich den in Verdacht hatte... - aber: nix war's! Ist immer noch. Weiß nich mehr weiter.
Wer kann mir den rettenden Tip geben?
Hätte noch den Signalgeber/Verteiler auf dem linken Innenkotflügel in Verdacht, dass der ne Luftblase behält, die ich bislang nicht rausentlüften konnte. Aber das kann ja uch ned sein. Andere kriegen das doch auch hin??
Helft mir mal auf die Sprünge...

Ciao
Lutz
AvaTar

geschrieben am:
07.03.2018 16:11

...ach ja; und der Flüssigkeitsstand sinkt auch nicht ab!
henner2203

geschrieben am:
07.03.2018 17:06

Hallo Lutz,

das kann ja fast nur am HBZ liegen. Vielleicht hängt das Ventilplättchen im HBZ, was das Nachlaufen aus dem Bottich freizugeben hat. Ein ähnliches Phänomen habe ich mal am B1000 erlebt.
Jedoch da du den HBZ mal getauscht hast kommt es mir komisch vor....

VG Henning
Sport-Lu

geschrieben am:
07.03.2018 18:35

Ich würde den Hbz nochmal tauschen.Wo soll der Druck hingehen?War bei meinem 412er genauso.
gruss Jörn
Nilson

geschrieben am:
07.03.2018 18:37

Hallo, genau das hatte ich auch. Aber nur bei sehr warmen Aussentemperaturen. Gemacht hab ich nichts, Selbstheilung ;-) Ich denke auch, es ist der HBZ, die Flüssigkeit läuft dann zurück in den Behälter und daher keine Pfützen.

Gruß Jens
Der Mutz

geschrieben am:
08.03.2018 08:19

Hallo Lutz,
ein wichtiger Aspekt ist die absolute Freigängigkeit des kleinen Bolzens, der die Gabel des HBZ mit dem Arm des Bremspedals verbindet.
Er darf weder auf Zug, noch auf Druck sein.
Ansonsten betätigt sich die Bremse ungewollt schon selbst und geht nicht in die Neutralstellung,
Das kann deinen Fehlerzustand bewirken.
Grüße Der Mutz
Klaus Köpke

geschrieben am:
08.03.2018 12:09

Hallo Ava Tar, passiert das bei laufendem Motor oder bei Motor aus? Bei stehendem Motor ist das normal. Das wird jeder schon mal erlebt haben ob er nun 2140 oder 408 u.412 fährt. Das passiert sogar bei neueren Autos.Frag mich nicht warum.Darin sehe ich aber keine Gefahr.Wenn man bremsen muß dann ja meist etwas heftiger.Luft im Signalgeber schließe ich mal aus. Du würdest sonst die rote Lampe nicht auskriegen.
AvaTar

geschrieben am:
09.03.2018 15:55

Hallo Leute,

Danke für die Tipps (auch wenn der richtig heiße Tip wohl noch nicht dabei war...)
Der Reihe nach:
HBZ noch mal tauschen, lass ich im Moment sein, da mir der Nachschub ausgeht - der bisherige ist schon zerlegt zum Manschettentausch, und ich krieg den momentan auch noch nicht wieder zusammengebaut, weil ich dazu auf ne Presse muss, um den Sprengring wieder einsetzen zu können. Und auf Verdacht kaufen? Nee, eher nich. Zumal zweimal ein völlig unbekannter Fehler... - das ist wider jede Stochastik (obwohl ich durchaus eher der Pechvogel bin.)
@Mutz: Freigängigkeit eines Bolzens am Pedal? Da war ich gar nich dran - zumal beim 2140 gar keine feste Verbindung zwischen Pedal und HBZ besteht - der Kolben den HBZ ist nur in den BKV reingesteckt (was mich selbst auch iwie überrascht hat.)
@Klaus: passiert während der Fahrt - da ist der Motor üblicherweise an ;-) Bei dem Signalgeber weiß ich allerdings nich, ob der überhaupt noch Signal geben würde, oder ob der nich vielleicht sogar fest ist. Als vor ein paar Jahren mal eine Werkstatt die Bremsen entlüftete, die davon keinerlei Ahnung hatte, ging die Kontrollampe auch nich an, und ich habs selbst auch noch nicht geschafft. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass der fest ist... - und vllt deswegen auch eine Luftblase drin behält? Wär meine nächste Aktion, den mal auszutauschen - da hab ich nämlich auch noch einen da.

Blöd ist halt, dass es völlig unerwartet auftritt, zum Bleistift beim Hinrollen an eine Kreuzung, wenn man nur bissel bremsen muss - gut ist dann aber zumindest, dass beim jedem heftigeren Tritt aufs Pedal - auch wenn das Nachlassen mal vorkommt und man tritt dann ein zweites Mal drauf, es sofort vollen Druck ohne Nachlassen gibt. Trotzdem iwie Sch...!! :-(


Ciao
Lutz
Nilson

geschrieben am:
10.03.2018 11:37

Hallo Lutz,

wie ich schon schrieb war es auch bei mir. Nur war es da im Sommer bei sehr warmen Temperaturen. Das ist schon ein paar Jahre her, außer Bremsflüssigkeitwechsel hab ich an der Bremse nichts gemacht. Es ging mir genau wie Dir, ich hatte keinen Plan, wo ich anfangen sollte. Jedesmal nach Kaltstart ging die Bremse. Ich hoffte, dass irgendwann die Bremse richtig kaputt geht, da hätte ich gesehen woran es liegt. Aber es geht wieder von allein. Hatte es eigentlich sogar schon vergessen.:-)
1190

geschrieben am:
12.03.2018 14:49

Hallo, neben den bereits genannten Verdächtigen (HBZ, Luft) auch noch die Möglichkeit von Blasen (Beulen-) Bildung infolge Beschaedigung der Gewebeeinlage an einem der Bremsschläuche in Betracht ziehen. Auch hier wird schneller Druckaufbau noch an Zyl weitergeleitet, Druck baut sich aber dann in die Blase ab, die als Beule am Schlauch erscheint. Sichtprüfung erfordert Helfer, der Pedal tritt.
AvaTar

geschrieben am:
13.03.2018 10:47

Bremsschläuche sind auch ringsum neu. Bis auf die Metallleitungen, den Signalgeber/Verteiler und die vorderen Bremszangen ist inzwischen alles einmal durchgewechselt. (Nebenbei: daher wage ich mich jetzt auch, auf DOT4 umzustellen - nebenbeinebenbei: Habt ihr gewusst, dass die Hersteller der Bremsflüssigkeiten DOT3 und DOT4 als uneingeschränkt mischbar angeben? Und: Dass auf der DOT3-Kanne steht 'jährlich wechseln'? Aber das nur am Rande.)

Werde nochmals gründlich entlüften. Irgendwie lässt mich die Idee nicht los - da der Signalgeber auf dem Innenkotflügel ja so schräg drauf hockt und alle Leitungen seitlich oder nach unten abgehen - dass ich da ne Luftblase eingesperrt hab...
Nilson

geschrieben am:
13.03.2018 13:58

Beim Entlüften auch die Reihenfolge beachten. ;-)
AvaTar

geschrieben am:
15.03.2018 17:49

...ich kapier's nich! Ich raff's echt nich! Wenn da was undicht is, müsst man das doch sehn; irgendwo müsst doch die Bremsflüssigkeit austreten? Aber ich seh nix! Nirgends! Oder der Flüssigkeitsstand müsste sinken. Aber da is nix. Bin echt ratlos.
HBZ getauscht - umsonst.
Vordere Bremszangen getauscht - umsonst.
Hintere Radbremszylinder sind erst recht frisch drin und definitiv kein Flüssigkeitsaustritt
Bremsschläuche neu
Das einzige was ich (außer den Metallleitungen) noch nich angefasst hab, is der Bremskraftregler über der Hinterachse, aber der is auch staubtrocken, und Pfütze is auch ned drunter...

Wie erwahnt: Bin mit meinem Latein am Ende! So kann ich kaum wagen rumzufahren. :-(
efb

geschrieben am:
15.03.2018 19:11

Also das kann doch nichts anderes als die Einheit Bremskraftverstärker+HBZ sein. Das Pedal sinkt durch und nirgendwo geht Bremsflüssigkeit verloren. Wenn Du trotzdem alles nach dem HBZ noch sicher ausschließen willst, kannst Du die abgehenden Anschlüsse am HBZ (sind das zwei?) noch mal mit einer alten Bremsleitung ohne viel Luft verschließen und dann noch einmal probieren, ob das Pedal bei leichtem Druck immer noch durchsinkt.
Nilson

geschrieben am:
15.03.2018 19:56

Gute Idee.
AvaTar

geschrieben am:
15.03.2018 20:57

Drei sind's. Einer geht direkt auf den rechten Bremssattel, zwei gehen auf den Verteiler/Signalgeber und von dort auf die anderen Stellen. Der Gedanke ist dennoch nicht schlecht, auch wenn ich nicht mehr an den HBZ glaube. Ich denke, ich werd mich erst noch mal der HA widmen, denn ich vermute, dass dort irgendwo Luft angesaugt wird, wenn man vom Pedal geht. Grund: ich hab bislang immer mit Druck entlüftet, und danach war erst mal alles gut, ...bis ich losfuhr. Heute hab ich dann mal mit Unterstützung auch per Pedal entlüften wollen, und ich war schon fast der Meinung fertig zu sein, also ich war am letzten Rad, als plötzlich doch noch mal Luftblasen im Schlauch auftauchten - und vom ganzen Procedere her, kann das eigentlich nur von hinten angesaugt worden sein. Danach hab ich dann noch mal mit Druck entlüftet, und es schien wieder alles gut zu sein - ja, bis eben zur Probefahrt... Es scheint, als ob unterwegs immer mehr Luft ins System reingesaugt wird, wodurch das Pedal immer und immer weicher wird.
Und trotzdem erschließt sich mir nicht, wieso ich nirgends Flüssigkeit austreten sehe... Mann, ich verzweifle noch daran.
Sport-Lu

geschrieben am:
16.03.2018 12:33

M.M.n.kann es nur der HBZ sein.Wenn du das Pedal bis zum Boden durchtreten kannst,wo sollte denn die ganze Bremsflüssigkeit hin gepumpt werden?Sie wird am Arbeitskolben vorbeiströmen ,zurück in den Behälter.Kannst du da etwas beobachten?
Falls er doch Luft zieht.....wie sieht es mit dem Lastabhängigen Ventil an der HA aus?
Kann er da Luft ziehen?
Muss bei deinem 2140 auch der Motor zum Bremse entlüften laufen?
Ich bin gespannt!
Gruss Jörn!
Nilson

geschrieben am:
16.03.2018 13:32

Wenn das Ventil Luft ziehen würde, dann wär es auch undicht. Vielleicht wär es auch eine Option, die Leitungen am HBZ einzeln abzuschrauben, mit einer alten zugekniffenen Bremsleitung verschließen und testen. So könnte man den Fehler schneller lokalisieren. Aber ich denke, es ist wie Jörn schon schrieb, der HBZ, der Druck geht zurück in den Behälter und desswegen kein Ölaustritt.
AvaTar

geschrieben am:
22.03.2018 11:53

...ich krieg's nich hin! :-(

Neue Erkenntnisse:
Radbremszylinder HA war minimal undicht, jedoch so wenig, dass die Leckagemenge in der Staubmanschette geblieben ist. KÖNNTE zwar bedeuten, dass dort auch Luft angesaugt wurde, aber nachdem der Effekt auch nach neuerlichem Tausch des Radbremszylinders immer noch da ist, schließe ich das inzwischen aus.

HBZ schließe ich inzwischen auch nahezu aus, da ich immer nur Luft im hinteren Kreis incl. kleine vordere Kolben finde, und am HBZ ist aber der vordere Kreis (große vordere Kolben) "undichtheitsgefährdet" spritzwandseitig angeschlossen.

Des Weiteren: Der Signalgeber gibt definitiv kein Signal! Ob nun "nur" die Kugel drinnen fehlt oder ob die Kolben fest sind... - bislang keine Ahnung. Kann mir gut vorstellen, dass die Kolben im Inneren einmalig verschoben wurden und dabei fest gingen und nun einfach nicht wieder zurückgehen (was einen Hohlraum mit "unerreichbarer" Luftblase schaffen könnte) oder die Dichtungen dadurch abgemurkst wurden (was ein Überströmen zwischen den Kreisen nach sich ziehen könnte.)
Werde nun wohl den Signalgeber noch tauschen...
Bin und bleibe aber ratlos.
Nilson

geschrieben am:
22.03.2018 12:39

Warum wechselst du nicht einfach nochmal den HBZ? Mal abgesehen vom Entlüften ist das doch keine Arbeit. Ich glaube nicht, dass es an einer Luftblase liegt. Wenn Luft in der Bremse ist, mußt du ein paar mal treten, bis Druck da ist. Aber dieser Druck würde doch nicht gleich wieder bei getretener Bremse nachlassen...
AvaTar

geschrieben am:
22.03.2018 13:44

...weil ich keinen habe
efb

geschrieben am:
22.03.2018 19:41

ganz genau, die Luft kann das nicht sein...
Geht das Pedal durch ohne das irgendwo Flüssigkeit austritt, kann es doch nur an der Manschette liegen, die dafür sorgt, das Druck aufgebaut wird, also die am Ende des Stößels, der durch das Pedal im HBZ verschoben wird.
Du hattest den HBZ KOMPLETT getauscht und das Durchgehen des Pedals war davor so UND auch nach dem Tausch?
AvaTar

geschrieben am:
22.03.2018 20:30

Ja, mit dem Tausch des HBZ hat sich das störende Verhalten nicht verändert - kein bisschen. Inzwischen bin ich fest davon überzeugt, dass der Tausch unnötig war.
Nochmal: Das Bremspedal fällt nicht gleich durch, sondern es fühlt sich leicht teigig an, und wenn man den Druck mit dem Fuß aufrecht erhält, kommt es manchmal vor, dass das Pedal gaaanz langsam durchsinkt, wobei ich den Eindruck habe, dass es nicht bis aufs Bodenblech runter geht, sondern irgendwie Restdruck behält, eher so, als würde innerhalb des Systems irgendwo Luft oder Flüssigkeit hin- oder hergedrückt. Wie gesagt: ich finde auch NIRGENDS ausgetretene Flüssigkeit...

Allerneueste Erkenntnis:
Der Kolben im Signalgeber ist verschoben! Hab heute mal den Kontaktgeber rausgedreht und reingeschaut - und direkt verglichen mit meinem Ersatzteil. Beim Ersatzteil sieht man die Kerbe, beim eingebauten Teil sieht man die Fläche des Kolbens, die ich durch manuelle Verschiebung auch am Ersatzteil zum Vorschein bringen kann. Weitere Erkenntnis: sowohl beim Ersatzteil als auch beim eingebauten Teil fehlt die bewusste Kugel - und somit KANN der Signalgeber gar nix anzeigen!

Und jetzt ist erst mal die Frage zu klären, wo ich so ne Kugel herkriege, um wenigstens diese Funktion grundsätzlich wieder herzustellen, bevor ich irgendwo anders weiter dran rumdokter.
AvaTar

geschrieben am:
22.03.2018 21:28

4mm Stahlkugel lt. ET-Katalog
10er Pack verfügbar in der e-Bucht, sogar bei Connyrad, und am Amazonas hab ich gar ned erst geguckt.
wowka26

geschrieben am:
23.03.2018 08:35

Hallo Lutz,

da der Kolben im Signalgeber verschoben ist, hast du in einer der beiden Kammern mehr Druck, müsste aber gleich sein. Da die Anlage dicht ist so muss eigentlich der Fehler im HBZ liegen, an einem der Kolben eventuell die Mangette kaputt, eine Rückholfeder defekt oder was auch immer.

Als ich meinen HBZ (412er Einkreisanlage) überholt habe so musste ich nach Fenox (Nachbauteil aus der neuen Produktion) greifen da mein originales Gehäuse unbrauchbar war. Eingebaut, entlüftet und siehe da... an der großen Schraube vorn undicht, wollte nachziehen geht nicht, also ausgebaut und am Schraubstock den HBZ zerlegt.

Was habe ich da vorgefunden:
1. die große Schraube war schief reingeschraubt und somit hat der Dichtring nicht über die volle Fläche abgedichtet, Gewinde war an der Schraube natürlich hin, zum Glück nicht am Gehäuse.

2. Der HBZ war innen wie ein Kuplungszylinder bestückt sprich nur der Druckkolben drin ohne Ventil vorne (im Bild nr.7, 8, 9 )
Ich habe dann alle Innereien aus meinem originalen HBZ in das Neue Gehäuse eingebaut und Gut wars.

Was ich damit sagen will..., vielleicht fehlt in deinem HBZ auch was, eine Feder oder eine Manschette. Hast du den HBZ zerlegt gehabt bevor du ihn eingebaut hast?



Gruß Waldemar
Wurstblinker

geschrieben am:
23.03.2018 09:43

Hallo Lutz,

sei doch froh, wenn der Signalgeber leer ist. Dadurch kann man wenigstens stressfrei entlüften. Wo ist eigentlich der Mehrwert von dem Teil? Am wahrscheinlichsten ist wirklich ein interner Defekt im HBZ - ich kenne das, dass man das auf Grund das Aufwands nicht wahr haben will.

Hallo Waldemar,

das mit Fenox kenne ich auch. Bei mir war die Stirnseite nicht plan, so dass der Dichtring nicht dichten konnte. Bremsenteile zerlege ich daher grundsätzlich vor Einbau. Das Vordruckventil, was Du meinst und das das Innenleben zu dem des Kupplungsgebers unterscheidet, gibt es bei der Scheibenbremse nicht und wäre da, glaube ich, auch kontraproduktiv.
AvaTar

geschrieben am:
23.03.2018 10:48

Hallo Leute,
erst mal Danke für die allgemeine Anteilnahme. Ist schön zu merken, wie ihr alle mitmacht und um Lösungen ringt. So soll das sein. :-)

Im Detail:
meine beiden HBZ haben keine stirnseitige Schraube. Beide haben einen massiven Boden.

Und: nein, ich hatte ihn nicht zerlegt - schon alleine deswegen, weil ich den ausgebauten - soweit es überhaupt ging - zerlegt hatte, um ihn mit neuen Gummis zu bestücken, und dann - Oh Wunder - erst mal nicht wieder zusammengebaut bekam. Konnte zuhause mit keinem Werkzeug genug Druck auf die Plastikscheibe an der Front aufbringen, um den Sprengring wieder einzusetzen. Das habe ich heute - mit erweitertem Werkzeugumfang auf Arbeit - nachgeholt, sodass ich nun auch wieder einen zweiten HBZ einbaufertig haben sollte.

Allerdings habe ich (auch aufgrund der nicht vorhandenen Stirnseitenschraube) den hinteren Kolben nicht rausbekommen, sodass dieser nach wie vor mit den alten Manschetten bestückt bleibt. Wenn DA der Hase im Pfeffer lag/liegt, hab ich das Problem nicht gelöst. Werd ich sehen.

Der ausgebaute HBZ war an der Stirnseite definitiv dicht! Beim Zerlegen war der auch zwischen den beiden großen Riffelgummis soweit trocken, sodass hier nix dramatisches raus- oder reingekommen sein kann. Wie gesagt: ich nehme ganz stark an, dass der Tausch und auch die Zerlegung unnötig war.

Zum Signalgeber:
In der Funktionsbeschreibung irgendwo (WHIMS?/Rep.-Anleitung) steht, dass der Kolben die undichte Seite verschließen würde. Wenn das eingetreten wäre, würde sich einiges erklären plausibel lassen, incl. meiner obigen Annahme, dass sich in dem schräg auf dem Innenkotflügel montierten Teil eine Luftblase fangen kann, die man ohne Verschiebung des Kolbens nicht mehr rauskriegt. Davon dass das Ding überflüssig wie 'n Kropf is, bin ich bislang auch ausgegangen, incl. der Annahme, dass ich kein Aufleuchten der Kontrolllampe hätte, weil die Kolben fest sind - was aber jetzt widerlegt ist. Ich werde den funktionstüchtig machen, nochmal entlüften, den Kolben so verschieben, dass die Kontrolllampe ausgeht - ...und dann erneut berichten.
AvaTar

geschrieben am:
23.03.2018 11:08

Da stehts, oben rechts:
"das Nachlaufen von Bremsflüssigkeit in den defekten Bremskreis verhindert"



WENN so, dann wäre der vordere Bremskreis deaktiviert, und in Annahme, dass der Verschluss im Signalgeber nicht 100%ig wäre, wäre ein langsamer Druckaufbau an dem Kolben vorbei denkbar, der zum beschriebenen Absinken des Pedals führen könnte, wobei aber ein Endpunkt erreicht werden müsste, wenn die Bremsklotzanpresskraft im vorderen Kreis erreicht ist, und das Pedal nicht bis aufs Bodenblech durchgeht.
wowka26

geschrieben am:
23.03.2018 12:42

Lutz, wenn du am Anschluß mit etwas Druckluft reinpustest so müsste der hintere Kolben wie ein Geschoss rausfliegen, es sei denn dieser ist festgegammelt oder ist schwergängig, das könnte auch eine Ursache sein.

Das dein HBZ sich von meinem unterscheidet ist mir schon Bewusst, ich wollte mit dem Vergleich nur darauf hinweisen das die Nachbauteile nicht vollständig sein könnten, wie in meinem Fall.

Vollständigkeit ist die eine Sache, es kommt auch mal vor das sich Spänne drin befinden. Daher sollte man die Dinger, wie Wurstblinker auch schon erwähnt hat, vorher zerlegen und reinigen bzw. auf Vollständigkeit überprüfen.
AvaTar

geschrieben am:
23.03.2018 13:13

Hi Waldemar,
ich konnte den hinteren Kolben gegen die Feder drücken und er kam auch wieder zurück, also ist er nicht fest. Mit Druckluft hab ich's probiert, allerdings nicht besonders ausdauernd, zumal ich die anderen Löcher kaum richtig verschließen konnte. Und nachdem ich den auch mit ner Zange nich rausziehen konnte, hab ich's einfach gelassen. Kann ich aber jederzeit noch nachholen, falls es doch noch nötig wird.

Jetzt ist erst mal der Verteiler/Signalgeber dran, denn der hat definitiv ne Macke, und danach seh ich weiter.
AvaTar

geschrieben am:
23.03.2018 13:16

...ach so, bzgl. Deiner Bemerkung zum HBZ allgemein: für den 2140 gibt es Ersatzteile mit Stirnflächenschraube und solche ohne. Ich habe zweie ohne da. Fenox ist meines Wissens immer "mit". Klar können auch andere mal schlampern, aber ich geh erst mal davon aus, dass andere Hersteller ein besseres Qualitätssicherungssystem betreiben als Fenox.
steve

geschrieben am:
24.03.2018 19:49

Hallo zusammen, zum Thema hab ich derzeit leider keine Idee mehr, muß aber noch mal was zur Qualität der neuen Teile sagen. Von Fenox liest man häufig negatives. Ich habe in meinem Alltags-2140 auch einen Fenox RBZ hinten verbaut, ohne vorher zu zerlegen. Hat fast auf den Tag genau 4 Jahre gehalten, wohlgemerkt im täglichen Einsatz. Damit kann ich leben. Ich bin der Meinung dass Fenox von dem Nachbauzeugs noch die bessere Wahl ist. Es sind noch welche von der Firma DK unterwegs, den hab ich beim Einbau nicht dicht bekommen an der Bremsleitung. Da ist die Bohrung für die Bremsflüssigkeit so groß gewesen dass Der Kegel der Überwurfschraube der Bremsleitung nicht dichten konnte. Ein Problem bei Fenox (so berichten es ukrainische Teilehändler) sind billige Nachbauten aus China. Die kopieren die Dinger so perfekt dass man es nicht erkennen kann. Lediglich an der Verpackung gibt es wohl Unterscheidungsmerkmale. Wenn man hier in Deutschland übers Internet kauft weiß man dann leider nicht aus welcher Produktion die wirklich stammen. Und der Lagerbestand an CCCP-Ware wird immer weniger. Vor allem beim 2140 wird's langsam alle.
AvaTar

geschrieben am:
24.03.2018 21:42

@Waldemar: nix Druckluft, und dann kommt der Kolben rausgeschossen. Da gibt's noch n Anschlagstift, der das verhindert. Da muss man erst mal drauf kommen. Man muss den Flüssigkeitsbehälter abnehmen incl. der Gummifüße, dann kommt man da ran. Jetzt hab ich also auch die Gummis auf dem anderen Kolben austauschen können, und hab damit wieder einen zweiten HBZ da, den ich dann mal bei Gelegenheit einbauen werde.

Sonstiger Zwischenstand: Den Signalgeber-Kolben konnte ich mit dem Bremspedal nicht wieder in Position bringen. Weiss der Deibel warum. Mit Druckluft konnte ich ihn aber in die Mitte bringen, und dort hab ich ihn erst mal mit einem selbst gebastelten Bolzen festgesetzt.
Für mein Problem hat's aber nix gebracht. Entlüftet - diesmal ganz besonders streng nach Rep.-Anleitung, fühlte sich auch erst mal richtig gut an; aber nach den ersten Metern Probefahrt wird das Pedal wieder weich und neigt wieder zum Durchsinken. Ich werd noch verrückt. Das macht echt kein Spaß mehr.

Nächster Schritt: Regenerierten HBZ einbauen. Und wenn das nich hilft... - keine Ahnung, da gehen mir die Ideen aus.
Den Regler an der Hinterachse hatte ich auch zeitweilig in Verdacht, aber irgendwie müsste doch grade dort eine Undichtigkeit durch Flüssigkeitsaustritt zu erkennen sein. Aber nach wie vor hab ich weder Pfützen oder Tropfen unterm Auto noch sinkenden Flüssigkeitsspiegel im Vorratsbehälter. Und viel mehr gibst dann doch gar ned zu tauschen...
AvaTar

geschrieben am:
25.03.2018 13:53

...also, entnervter Abschlussbericht:
kurz und knackig: HBZ! Ja, ihr hattet recht.

Und zwar nervigerweise hatte sowohl das Teil das ursprünglich im Auto war als auch das unbenutzte Ersatzteil vom Lager den selben Fehler. Offensichtlich kam es bei beiden zum Überströmen zwischen der Druckkammer des Kreises für die großen Kolben und der drucklosen Kammer für den anderen Kreis, über die gegensätzlich gerichteten Manschetten hinweg (im Bild: 17). Beide HBZ waren aber nach außen dicht und vor allem an der Stirnseite zum BKV hin furztrocken. Eine bloße Zerlegung des Lager-Ersatzteils hätte dabei aber gar nix gebracht, da sämtliche Manschetten augenscheinlich i.O. sind. Offensichtlich sind sie - vielleicht weil es sich um sowjetische Ware mit entsprechendem Alter handelt - geschrumpft oder einfach nicht mehr elastisch genug.
Wie auch immer wäre mein Tausch- und Wechsel-Drama wohl nur dadurch zu vermeiden gewesen, wenn ich das Ersatzteil erst mal zerlegt und ZUERST MIT NEUEN MANSCHETTEN BESTÜCKT HÄTTE, auch wenn an denen gar kein offensichtlicher Fehler bemerkbar war.

Nachdem ich den Anschlagbolzen (im Bild: 7) gefunden hatte und danach den inneren Kolben auch mit neuen Gummis bestücken konnte, tauschte ich den HBZ also noch mal aus - und nu geht's



Das Luft-Ansaugen lässt sich damit nicht recht erklären. Natürlich wäre auch denkbar, wenn die inneren Manschetten schon ein Überströmen zugelassen haben, dass auch die stirnseitige Manschette Luft rein aber Flüssigkeit nicht rausließ - schließlich waren ja zumindest sämtliche Metallflächen ladenneu und glatt wie Kinderpopo. Nachweisen lässt sich das aber schlecht.
Zusätzlich hatte ich ja aber auch noch den Radbremszylinder hinten, der nach weniger als zwei Jahren(!) schon leicht undicht war - und da das schlechte Verhalten nach dessen Austausch erst mal weniger dramatisch wurde (wenn auch nicht wegging) vermute ich, dass auch der seinen Teil zum Gesamtproblem beitrug.
Bleibt noch der Signalgeber - ich überlege, ihn dauerhaft zu blockieren, oder vielleicht sogar gegen Verteilerstücke auszutauschen. So wie er bei mir eingebaut war, hätte er mich sowieso auch nicht gewarnt ohne die Stahlkugel. Und nebenbei: Auch dieses Ersatzteil war undicht! Da kam unter Druck die Brühe zum Schalter rausgelaufen! :-( Hab den originalen also nur mittig positioniert, so mit nem Bolzen blockiert und wieder eingebaut. Auch das hat zwischenzeitlich ein bissel was gebracht, sodass ich vermute, dass in dem schräg montierten Ding tatsächlich eine Luftblase unter dem verschobenen Kolben gefangen war.

Ändert alles nix: letztendlich war es der HBZ, der entweder produktionsseitig oder lagerseitig angeschlagen war, und deswegen blöderweise und für mich entgegen aller Erwartungen das exakt selbe Fehlerbild wie der im Straßenstaub und Würde gealterte aus dem Auto aufwies.
Sport-Lu

geschrieben am:
25.03.2018 16:17

Freut mich,daß du es in den Griff bekommen hast.Hinterher ist man immer schlauer.

Gruss Jörn!

 

zurück zur Übersicht