AutorThema: Zündverteiler und dessen Antrieb 412/2140
Chris601

geschrieben am:
09.01.2017 21:40

Bei der Montage des Zündverteiler-Antreibs fiel mir auf, dass die Montagehinweise sowohl im 412er Link als auch im 2140er Link Buch so unklar beschrieben und bebildert sind, dass leicht eine 180°-Drehung möglich wäre.

Bevor ich der Sache weiter nachgegangen bin entschied ich mich, meinen Zündverteiler zu regenerieren und hoffte, dass sich dann auch die Position seines Antriebs ergibt.

Leider war genau das Gegenteil der Fall. Auch der Zündverteiler lässt sich sowohl an der Kupplung zu seinem Antrieb (der Splint hinter der Spiralfeder) als auch am Nocken, wo dieser auf dem Fliehkraftversteller sitzt, jeweils um 180° versetzt montieren.

Nun kann es mir also entweder völlig egal sein, wie ich alles montiere (und passe zum Schluss eine der drei Möglichkeiten an, wenn ich zufällig grade den 180°-Versatz erwischt habe) oder ich versuche die Soll-Position aller drei Kupplungspunkte herauszubekommen.

Stutzig gemacht hat mich dann der Verteilernocken. Seine Aufnahme auf den Fliehkraftverstellern scheint nicht symetrisch zu sein und der Fliehkraftversteller hat ja auch eine starke und eine schwächere Feder.
Am Nocken selbst ist eine Aufnahme mit "Г" gekennzeichnet. Darauf bezieht sich aber die Literatur offenabr nicht.

Wie rum gehört der Zündverteilerantrieb in den Motor? (Schlitz muss waagerecht sein, das ist klar, aber da der ja nicht mittig ist, kann er ja oben oder unten sein.)

Wie rum wird die Kupplung am Zündverteiler selbst montiert? (Das ergibt sich ja notfalls wenn die anderen 2 Positionen klar sind.)

Wie rum wird der Nocken auf dem Fliehkraftversteller montiert und was bedeutet dort das "Г"?
An die russich sprechenden: Was KÖNNTE es bedeuten?

Ich würde es schon gern alles richtig haben; schon allein, damit man später auch mal den Zündvertreiler einfach wechseln kann und nicht Gefahr läuft, dass er dann plötzlich 180° versetzt arbeitet.
Chris601

geschrieben am:
09.01.2017 21:40

Der Fliehkraftversteller

Chris601

geschrieben am:
09.01.2017 21:41

Der Nocken mit der Kennzeichnung

wowka26

geschrieben am:
10.01.2017 18:10

Hallo Chris,
das "Г" ist kyrillisch für G aber wozu es da drauf steht, weiß ich auch nicht.
Ich saß genauso wie du vor meinem Verteiler da und habe nach Zusammenhängen gesucht. Ich hatte glücklicherweise noch einen nagelneuen Verteiler den ich zerlegt habe um zu schauen wie er montiert ist.

Der Schlitz des Verteilerantriebes muss längst zum Motor hin und näher zum Motor im Versatz eingebaut sein (oder so wie du das beschreibst muss er oben sein), in OT-Stellung des ersten Zylinders natürlich.
Und wenn du die Position des Verteilerfingers im Auge behellst (muss zum Kühler hin zeigen bzw. Anschluss Zyl.1 an der Verteilerkappe) so ergibt sich das Ganze eigentlich.

Ich hoffe das ich einigermaßen verständlich beschrieben habe.

Gruß Waldemar
wowka26

geschrieben am:
10.01.2017 18:15

Ha ha, im Auge behellst...
ich meine natürlich "behältst"
Chris601

geschrieben am:
10.01.2017 19:06

Ja, dass der Schlitz Richtung Motor (oben) gehört dachte ich mir schon. Das kann man aus den Bilder noch am ehesten erahnen (ich war eben nur alles andere als sicher).

Ich habe auch noch andere Verteiler, die ich zerlegen kann (und wohl deswegen auch werde).

Ich bin nur neugierig, ob die "G"-Markierung eine Bedeutung hat.

Welchen Grund gibt es eigentlich für die verschiedenen Federn am Fliehkraftversteller? Ich bin mir ziemlich sicher, das auch bei anderen Fahrzeugen gesehen zu haben.
ap-m412

geschrieben am:
11.01.2017 11:30

Hallo Chris,
das "G" ist nur eine Montagehilfe für die Nockenwelle, denn sie gibt die Richtung des Verteilerfinger vor (Zyl.1 od.4). Die dünne Feder ist hauptsächlich für den Startvorgang, da durch die Unterdruckdose der Zündzeitpunkt in Richtung "Früh" (ca.6°)verstellt wird.
Noch viel Spaß!
Jörg
1190

geschrieben am:
11.01.2017 18:33

Hallo, hier mal ein Foto, vielleicht kann man damit schon was anfangen, jedenfalls was das "Innere" betrifft. Das "G-Kennzeichen" liegt demnach zur stärkeren der beiden Federn hin. Die dünnere Feder sollte beim Auslenken der Gewichte sofort absprechen, die dickere (stärkere) erst etwa nach der Hälfte des Ausschlages der Gewichte. Deshalb sitzt diese im Ruhezustand auch locker auf ihren Haltewinkeln. (andere Hersteller verwenden hier Federn mit einer langen Öse auf einer Seite)
Das heißt: im unteren Drehzahlbereich arbeitet die dünne Feder alleine, dann kommt die stärkere hinzu. Die drehzahlabhängige Zündverstellung in Richtung früh erfolgt somit entsprechend der Charateristik laut grünem Buch, Seite 256 unten. Was die Montage der unteren Kupplung betrifft, müsste diese zu ermitteln sein, wenn Kurbel- und Nockenwelle auf ZZP (erster Zyl.) stehen und der Verteilerfinger in Bezug auf die aufgesetzte Kappe ebenfalls auf den ersten Zylinder zeigt.

wowka26

geschrieben am:
11.01.2017 19:04

Also für mich hat das "Г" keine Bedeutung
Schaut euch die Bilder genau an, ein mal ist das "Г" auf einer und ein mal auf der anderen Seite eingestanzt, bezogen auf die Passfläche des Verteilerfingers.
wowka26

geschrieben am:
11.01.2017 19:19

außerdem kann man die Position der Federn untereinander tauschen den die beiden Gewichte sind gleich und demnach auch die Funktion

an den Gewichten gibt es ja auch keine Markierung für die dicke oder dünne Feder, Hauptsache es ist eine dünne und eine dicke drin.
1190

geschrieben am:
11.01.2017 19:40

Stimmt, man kann das Kennzeichen als Merkzeichen verwenden, als allgemeingültiges Merkmal für alle Verteiler muss man es vernachlässigen. Gut zu wissen. Die Stellung des Verteilerfingers bei aufgesetzter Kappe hin zum Zündkabel des ersten Zylinders ist maßgeblich und auch ausreichend, Bezug dabei wieder die KW-und NW-Stellung auf ZZP 1.Zyl. Grüße
Chris601

geschrieben am:
11.01.2017 20:08

Vielen Dank!

Gut zu wissen/sehen, dass das G offenbar keine Bedeutung hat.

Also baue ich den Verteiler ganz normal zusammen ohne auf irgendwas zu achten und montiere zum Schluss hin die Kupplung zum Antrieb so, dass sie zum eingestellten OT Zyl.1 passt. Prima.

Und der Antrieb wird so montiert, dass die Kerbe Richtung Motor, also "oben" liegt.

Sollte alles zu machen sein. Danke für die Hilfe und die Biler. Dann läuft der Motor vielleicht schon im Februar!
kat

geschrieben am:
25.01.2017 22:44

Wenn der Zündverteiler verdreht ist, braucht man aber auch nur die vier Zündkabel in der Verteilerkappe umzustecken, damit der Motor wieder läuft.
Chris601

geschrieben am:
25.01.2017 23:12

Natürlich. Aber das ist dann schon die "russische Methode".

Da auf dem Verteiler 'ne "1" steht, möchte ich schon, dass dort auch Zylinder 1 ist.

Und wie gesagt, im Zweifel sucht man sich sonst mit einem Austauschteil oder bei einer unklaren Störung später mal 'nen Wolf.
Mystic-X

geschrieben am:
09.08.2020 12:43

Wir hängen auch grad bei einem Zündverteilerproblem fest.

Die Federn waren beide nur locker eingehängt. Dementsprechend gab es hier ein recht großes Spiel der Nockenwelle.
Also wurden die Laschen so nachgebogen das die dünne Feder jetzt auch wirklich arbeitet und die dicke Feder etwa auf halbem Weg anfängt gedehnt zu werden. Halber Weg dieser Bolzen auf dem Fliehkraftsteller in den rechteckigen Aussparungen der Grundplatte des Nocken!

Der Antrieb vom Zündverteiler war so eingesetzt das die Nut in einer Linie mit dem Motorblock fluchtete so wie das in der Reparaturanleitung zu sehen ist. Kurbelwelle steht hierbei so das die erste Markierung der Riemenscheibe mit dem Stift am Block in Übereinstimmung steht.
Viel spiel war da nicht vorhanden obwohl die Zähne schon etwas Abrieb haben. (Laufleistung ist 59000km)
Abnutzung an den Zähnen:

War der Verteiler dann eingesteckt so konnte man ihn im normalen Einstellbereich nicht so drehen das der Finger da steht wo er für Zylinder 1 hingehört. Er stand aber auch nicht so viel daneben das er auf einen anderen Zylinder zeigte.
Die rote Linie zeigt etwa die Position des Fingers wenn der Verteiler auf Anschlag verstellt war. Oktanversteller auf 0, aber selbst wenn der bis Anschlag verdreht war reichte es nicht. Außerdem hängt die Zuleitung zur Druckdose dann schon direkt am Abgaskrümmer!



Wir vermuten jetzt das der Verteiler irgendwie falsch montiert ist. (Evtl. schon ab Werk.)

Hier mal noch Fotos die die Ausrichtung zeigen.
Wenn der Finger so steht wie im Bild oben. Also auf das weiße Isolierstück dann steht der Untere Teil so:



Könnte mal Jemand an einem frischen Verteiler die Positionen vergleichen?
Wir haben keinen ausgebauten da und unser örtlicher Teilehändler hier in FTL is auch grad noch im Urlaub...

Grüße
Markus
Wurstblinker

geschrieben am:
10.08.2020 08:47

Hallo Markus,

der Verteilerantrieb ist um einen Zahn verdreht eingebaut. Am Verteiler selbst kannst du an der Grundstellung nichts ändern.

Du musst die KW auf die zweite Markierung der Riemenscheibe einstellen (Rechtslauf!), die ist OT. Die erste ist der Zündzeitpunkt vor OT.

Viel Erfolg.
Flippsie

geschrieben am:
13.08.2020 20:35

Hallo,

ich bin der Philippe und ganz neu im Forum.
Ich habe mich gerade angemeldet, weil ich im Moment auch ein kleines Problem mit der Einstellung der Zündung habe.

Vielleicht hat sich das allerdings mit der Antwort von Wurstblinker schon erklärt.

Bei meinem 407 ist optisch der selbe Zündverteiler verbaut. Wenn ich auf die Makierung "M3" für den Zündzeitpunkt drehe, dann steht mein Verteilerfinger auf dem Kontakt für den 2. Zylinder.

Eigentlich ist es ja Wurst, ich bräuchte ja nur die Kabel umklemmen.
Allerdings frage ich mich halt schon, warum dann auf der Zündverteilerkappe eine 1 markiert ist, wenn ich auf den gar nicht komme. Also vermute ich, dass der Verteilerantrieb versetzt verbaut ist.

Leider ist mir aus der Anleitung auch nicht ganz so schlüssig, wo dieser Oktanversteller sein soll.

Ich wünsch euch was,

viele Grüße Philippe

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